Monatliches Archiv: Mai 2009

III. Definition des Witzes – Christian Wolff

(§ 476) “Facilitatem observandi rerum similitudines Ingenium appellamus.” (1)
dagegen:
(§ 332) “Facultas in uno multa distinguendi dicitur Acumen.” (2)
und zur Erklärung:
“Der Witz ist eine Leichtigkeit die Ähnlichkeiten wahrzunehmen: alles demnach, was dazu hilft, dass wir die Ähnlichkeit wahrnehmen, bringt uns zu größerem Witz. Zwei Dinge sind einander ähnlich, wenn dasjenige, woraus man sie erkennen und voneinander [...]

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II. Definition des Witzes – G. A. Baumgarten in der Metaphysica (1757)

(§ 572) “Habitus identitates rerum observandi est INGENIUM STRICTIUS DICTUM (eigene Anmerkung: Witz im engeren Sinne).” Zu den identitates zählt Baumgarten: congruentias, aequalitates, proportiones und similitudines.
dagegen:
(§ 573) “Habitus diversitates rerum observandi ACUMEN (eigene Anmerkung: Scharfsinn) est.”
zusammen:
(§ 573) “Acutum ingenium es PERSPICACIA (eigene Anmerkung: eine durchdringende Einsicht).”
und:
(§ 575) “Identitates diversitatesque rerum vel distincte percipio [...]

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Am Anfang war …

Begriffsgeschichtlich bietet der Witz eine schier endlose Aussagenverkettung von Erläuterungen – der hat das geschrieben, weil der jenes und jener dieses schrieb. Vielleicht mag dies der Grund sein, weshalb der Witz so häufig zu begriffsgeschichtlichen Untersuchungen herangezogen wird (1). Und in der Tat eignet er sich hervorragend zu solchen Analysen. Über all die diskursiven Feinheiten, [...]

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