I. Definition des Witzes – Immanuel Kant

„Der Witz paart (assimiliert) heterogene Vorstellungen, die oft nach dem Gesetze der Einbildungskraft (der Assoziation) weit auseinander liegen, und ist ein eigentümliches Verähnlichungsvermögen, welches dem Verstande (als dem Vermögen der Erkenntnis des Allgemeinen), sofern er die Gegenstände unter Gattungen bringt, angehört. Er bedarf nachher der Urteilskraft, um das Besondere unter dem Allgemeinen zu bestimmen und das Denkungsvermögen zum Erkennen anzuwenden.“ (1)

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Nicht mehr als ein Anfang

„Alles ist Witz und überall ist Witz.” (1) Dieser Auszug aus einem Fragment Friedrich Schlegels eignet sich ausgezeichnet, um ein Schreiben zu entfalten, welches den Witz zu seinem Sujet bestimmt hat. Und in der Tat wird sich in diesem Blog, oder sollte zur besseren Einführung des Blogtitels ingenium geschrieben werden, alles um den Witz drehen. Insofern ist von vorhinein sichergestellt, dass sich der Leser niemals über den Inhalt dieser Seiten getäuscht fühlt und auch seine vermeintliche Langeweile schnell eine Erklärung findet – der Witz ist einfach nicht seine Sache.

Gleichwohl soll es nun nicht so klingen, als ob eine gähnende Monotonie diesen Blog durchziehen wird, vielmehr seien die beruhigenden Worte gewählt, dass Witz alles andere als eintönig ist, denn wie schon Jean Paul ganz richtig in der „Vorschule zur Ästhetik” bemerkte, sei der Witz der verkleidete Priester, der jedes Paar traue (2). Es wird also kunterbunt zugehen, Dinge werden miteinander kopulieren, die jeglichem kategorialen Zugehörigkeitsgefühl entbehren. Doch mag dies ein wenig zu abderitisch, vorwitzig klingen und das Gros liebt es gar nicht ein Lobgesang auf die Unverständlichkeit anzustimmen. Aber ich will ja gar nicht als opportunes Massenteilchen daherkommen, vielmehr sollte Witz immer eine Störung der geltenden Ordnung zeitigen, obwohl ich eingestehen muss, dass ich bisher eigentlich noch gar nichts zur Begriffsklärung des Witzes beigetragen, sondern mich in Verdunkelung geübt habe. Doch wie heißt es gleich: Noch ist nicht aller Tage Abend.

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